Wirkjournal 2025 | Wirkgeschichte

Junge Stimmen lauter drehen!

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Maria ist wütend! Wie die Mehrheit der jungen Menschen fühlt sie sich von der Politik weder gehört noch gesehen¹. ZurechtAuch der Teilhabeatlas Kinder und Jugendliche in Deutschland² dokumentiert massive Ungleichheit und Unterrepräsentanz von jungen Menschen in der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das beeinflusst ihre Haltung zu unserer Gesellschaft und ihre Möglichkeiten, Demokratie kennenzulernen, auszuprobieren und selbst zu leben Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Formen und Strukturen von Demokratiebildung.

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Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) fördert seit ihrer Gründung partizipative Ansätze für junge Menschen in der schulischen wie in der außerschulischen Bildung. Denn Kinder und Jugendliche wollen und können sich an unserer Gesellschaft beteiligen und sie mitgestalten. Erwachsene sind dafür verantwortlich, sie darin zu stärken und die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

In einer Zeit, in der immer mehr junge Menschen das Vertrauen in demokratische Parteien und die Demokratie verlieren, wird Demokratiebildung immer wichtiger und darf nicht ins Leere laufen. Studien³ zeigen: Ob sie wirkt, hängt von der Ausgestaltung ab. Es gibt viele gute Ansätze, aber die Reflexion, worin Qualität besteht, kommt oft zu kurz. Hier setzt die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) an.

 

Qualitätskriterien auch aus Sicht von Schüler:innen

Was wünschen sich junge Menschen von Demokratiebildungsprojekten eigentlich? Wann erleben sie Projekte als motivierend und wann lernen sie daraus am meisten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die DKJS im Rahmen des Kompetenznetzwerks Demokratiebildung im Jugendalter. Es geht darum, Politik und Demokratie für junge Menschen, aber auch für Erwachsene, niedrigschwellig und alltagsnah sichtbar zu machen. In einem partizipativen Prozess wurden sowohl Kinder und Jugendliche als auch Wissenschaft, Praxis und Politik gefragt: Was macht gute Demokratiebildung aus?  Und was brauchen Fachkräfte, um gut arbeiten zu können? 

 

Das Kompetenznetzwerk 

Das bundesweite Kompetenznetzwerk Demokratiebildung im Jugendalter existierte unter diesem Namen von 2020 bis 2024. Es bündelte Kompetenzen, um demokratische Kultur und Strukturen sowie partizipative Ansätze in der schulischen und außerschulischen Bildung im Jugendalter zu stärken. Es wendete sich an Schulen, Akteur:innen der Kinder- und Jugendhilfe genauso wie Kommunen und unterstützte sie mit Veranstaltungen, Publikationen, Beratungs- und Qualifizierungsangeboten bei der Umsetzung von zeitgemäßer und alltagstauglicher Demokratiebildung.

Im Netzwerk entwickelte die DKJS gemeinsam mit Jugendlichen, der schulischen und außerschulischen Praxis, Vertreter:innen aus Politik und Wissenschaft Qualitätskriterien für kooperative Demokratiebildung im Jugendalter. Die Ergebnisse wurden praxisorientiert aufbereitet und in die bundesweite schulische und außerschulische Demokratiebildung und deren Regelstrukturen transferiert.  

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Johanna, 15-jährige Schülerin aus Werne, erzählt, warum für sie gute Demokratiebildung so wichtig ist und was sie selbst dafür tut.

Die von der DKJS in Auftrag gegebene BegleitstudieZur Erhellung des „vermuteten Raums“ – Qualitätsmerkmale Kooperativer Demokratiebildung aus Sicht von Schüler:innenlegte bereits 2021 die Grundlage für die Entwicklung von Qualitätskriterien. Zentrale Erkenntnisse lauteten: Junge Menschen gestalten Demokratiebildung entscheidend mit. Dabei sollten sie ermächtigt, motiviert und unterstützt werden. Anerkennung und Wertschätzung ermöglichen, niederschwelliger Zugang zu Projekten, Transparenz auf Seiten der erwachsenen Begleitpersonen für größtmöglichen Gestaltungsspielraum der Beteiligten und die Identifikation mit dem eigenen Projekt lauteten weitere Hinweise, die in Handlungsempfehlungen für die demokratiebildende Praxis mündeten.

„Mir wurde bewusst, dass wir als relativ junge Schüler, dass wir da einen unfassbar großen Einfluss haben können und dass wir auch ernst genommen werden.“

Bea

befragte Schülerin in der Begleitstudie

Das Reflexionstool: Praxishilfe mit Wirkung

Aus den Rückmeldungen der Jugendlichen und Vertreter:innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis entstanden acht Qualitätskriterien und ein digitales Reflexionstool. Beides unterstützt Demokratiebildner:innen in ihrer Praxis – als Arbeitshilfe zur Selbsteinschätzung, Reflexion und Anregung. Das Tool ist niedrigschwellig und klar gestaltet. Es enthält viele Fragen und Impulse, die zum direkten Arbeiten und Reflektieren der eigenen Haltung und Rolle sowie der alltäglichen Arbeit motivieren. 

Das Tool umfasst darüber hinaus eine kuratierte Materialsammlung mit detaillierter Filterfunktion, einen Newsfeed mit Beiträgen zu aktuellen Themen der politischen Bildung. Es greift in aktuellen Beiträgen den Fachdiskurs und liefert eine ausführliche Beschreibung der Qualitätskriterien mit Praxisstimmen und -filmen 

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Funktionieren die Kriterien in der Praxis? 

Die DKJS arbeitet per se mit einem prozesshaften und offenen Verständnis von Qualität, das verschiedene Perspektiven anerkennt und zulässt. Qualität ist also kein statischer Begriff, sondern Teil eines Aushandlungsprozesses zwischen allen Beteiligten. Qualität wird vor Ort in der Anwendung beschrieben. Deswegen sind das Reflexionstool und die Qualitätskriterien vor allem eines: Impulse zur Reflexion für eine individuelle Umsetzung. 

Akteur:innen aus der Bildungslandschaft kommen durch die Nutzung des Tools in Reflexionsprozesse über ihre Demokratievorhaben und erweitern ihr Wissen zu Qualität in der Demokratiebildung in verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen, wie zum Beispiel Workshops, bei Netzwerktreffen, Fachtagen oder Digitalcafés. Aber auch der Austausch in Vernetzungsformaten stärkt die Qualität der Demokratieprojekte. Dabei steht immer im Fokus, Praxiswissen mit dem Fachdiskurs zusammenzubringen und für den Alltag aufzubereiten.  

Und das trifft den Bedarf: Die Qualitätskriterien und das Reflexionstool werden nicht nur in der Praxis nachgefragt und genutzt, sondern auch von Bildungsverwaltung und -politik. Auf Einladung der Kultusministerkonferenz stellte die DKJS ihre Qualitätskriterien vor und diskutierte sie in einem Länderforum mit Vertreter:innen der Bildungs- und Sozialministerien. Bei zahlreichen Fachkonferenzen und Qualifizierungsangeboten von schulischen und außerschulischen Trägern bringt sie Bildungsakteur:innen in Reflexionsprozesse zu Qualität in der Demokratiebildung. 

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Wie sich die Qualitätskriterien konkret umsetzen lassen, zeigen acht kurze Filme zu jeweils einem Qualitätskriterium aus der Reihe „Blick aus der Praxis“. Im Video aus der Freiburger Pestalozzi Realschule erläutert Dejan Mihajlović, Lehrer und Referent beim Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL), das Kriterium „Auseinandersetzung mit der Lernkultur“.

 

 

Das Transferziel: Höhere Qualität in der Demokratiebildung 

Weil langfristige und nachhaltige Wirkung im Fokus steht, wurde bereits früh im Entwicklungsprozess mit Demokratiebildner:innen an fünf konkreten Transfervorhaben gearbeitet. Also daran, sich nicht nur auf Modellvorhaben zu beschränken, sondern Wirkung auch in der Breite anzustoßen.   

„Ein guter Transfer kann dann gelingen, wenn von allen Beteiligten die Bereitschaft für einen ergebnisoffenen Prozess besteht und ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen, um immer wieder in die Reflexion zu gehen und damit am Prozess zu arbeiten.“ 

Dejan Mihajlović

Lehrer an der Freiburger Pestalozzi-Realschule

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Transfer im Sinne der DKJS ist ein kontinuierlicher Vorgang, der von Beginn an konzeptionell geplant, in mehreren Schritten weiterentwickelt und in Projekten partizipativ erprobt wird. Demnach ist ein Transfer dann erfolgreich,  

  • wenn die Qualitätskriterien in die Breite und Fläche getragen werden,  
  • wenn sie Teil der alltäglichen Projektarbeit geworden sind und  
  • wenn sie nicht nur aktuelle Relevanz haben, sondern auch langfristig genutzt werden können. 

 

Die Transferprojekte: Anregung und Praxischeck 

Schon während der Forschungs- und Entwicklungsphase von Qualitätskriterien und Reflexionstool hat die DKJS konkrete Transferprojekte dazu auf unterschiedlichen Ebenen begleitet. Zwei der fünf Transferprojekte möchten wir exemplarisch vorstellen. 

1. Transferprojekt mit Landessozial- und Landeskultusministerien 

Aufbauend auf der langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg und der DKJS entstand ein konkretes Transferprojekt an benannten Bedarfen. Dabei integrierten die Ministerien die Qualitätskriterien in ihre jeweiligen Sachberichtsvorlagen.  

Von den Ländern geförderte Demokratieinitiativen nahmen im Rahmen der Sachberichte eine Selbsteinschätzung der Qualitätsentwicklung in ihren Projekten vor. Das regte sie beim Ausfüllen dazu an, die Qualitätskriterien in Bezug auf die eigene Arbeit zu reflektieren. Und gab Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Projekte.

 

2.  Transferprojekt zur Lehrer:innen-Ausbildung 

Die Pädagogische Hochschule Weingarten und das Zentrum für Schulqualität und Lehrer:innenbildung Baden-Württemberg entwickelten gemeinsam ein Konzept für die Einbindung der Qualitätskriterien in die Lehre. Im diesem Rahmen entstand ein Barcamp mit und für Lehramtsstudierende, Referendar:innen, aktive Lehrkräfte sowie außerschulische Akteur:innen. Ziel war es, schulische und außerschulische Demokratiebildende zusammenzubringen und für Kooperation und Qualität zu sensibilisieren. 

„Für mich war die Beteiligung an dem Transferprojekt ein sehr wertvoller Prozess, an dessen Ende gute Produkte stehen, die über die Laufzeit hinaus genutzt werden.“ 

Marcus Wolff

Referent für Demokratie- und Engagementförderung im Landesdemokratiezentrum Sachsen-Anhalt im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 

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Fazit: Qualitätsoffensive in der Demokratiebildung wirkt

Die Ergebnisse der Transferprojekte zeigen: Das Reflexionstool und die Qualitätskriterien wirken – und das für verschiedene Zielgruppen und Bildungsorte.

Menschen aus Praxis, öffentlicher Verwaltung sowie der Fachöffentlichkeit konnten im Rahmen der Transferprojekte ihre demokratiebildende Arbeit individuell und bedarfsorientiert weiterentwickeln. Und das nicht nur punktuell, sondern auf lange Sicht. Denn die Qualitätskriterien wurden Teil der alltäglichen Projektarbeit bzw. dauerhaft in Arbeitsabläufe integriert. 

Im Praxishandbuch „Wie gelingt Transfer in der Demokratiebildung“ finden sich Portraits aller fünf Transferprojekte sowie Wissen und Tools für die Praxis. 

Seit dem 1. Januar 2025 partizipiert die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung an der dritten Förderperiode des Programms „Demokratie leben!“ Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam mit fünf Partnerorganisationen eine zentrale Infrastruktur zum Themenschwerpunkt „Demokratiebildung im Kindesalter“ aufzubauen. Zu diesem Kooperationsverbund „Demokratiebildung im Kindesalter“ (KV DeKi) gehören Aktion Courage e.V., das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. (DKHW), die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. (DeGeDe), das Institut Kinderwelten e.V. (IKW) und das Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. (NDC). 

„Es ist ein großes Privileg, in einer Demokratie zu leben. Wir müssen uns aktiv für sie einsetzen. Lernen, sie wieder bunt zu machen.“

Junge Stimme

aus einem Jugendhearing zum Thema Demokratie im Programm VoiceUp! 

Das braucht es jetzt!

Kinder- und Jugendbeteiligung muss strukturell und auf allen Ebenen verankert werden. In Kommunen bis hin zur Bundespolitik gilt es, bestehende Barrieren konsequent abzubauen. Beteiligung darf kein freiwilliges Extra sein, sondern muss als fester Bestandteil demokratischer Prozesse gesichert werden: in Schulen, Verwaltungen, Parlamenten und der offenen Jugendarbeit. Dafür braucht es verbindliche Rahmenbedingungen, klare Zuständigkeiten und niedrigschwellige Zugänge – gerade für Kinder und Jugendliche, die sonst nur schwer Gehör finden.

Wer Demokratie stärken und fördern möchte, muss Institutionen als Orte der politischen Bildung und des Demokratielernens und -lebens verstehen. Demokratiebildung findet dort statt, wo junge Menschen täglich leben und lernen. Demokratieförderung muss diesen Orten langfristig Sicherheit geben und sie vor politischen Schwankungen oder Förderlücken schützen. Das schafft Verlässlichkeit für Träger und Fachkräfte und damit auch für Kinder und Jugendliche selbst.

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Kathrin Fehse

Demokratiebildung

DKJS Bayern
Westendstr. 100
80339 München

+49 (0)89 21 53 69 71 8
kathrin.fehse@dkjs.de

Wirklogik

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ermöglicht jungen Menschen echte und nachhaltige Beteiligungs- und Demokratieerfahrungen, damit sie eine offene, demokratische Gesellschaft gestalten können.

  • Kinder und Jugendliche fühlen sich häufig nicht gehört, sehen ihre Interessen vernachlässigt und sind kaum an sie betreffenden politischen Entscheidungen beteiligt (Andresen et al., 2022). Dies widerspricht der UN-Konvention über die Rechte des Kindes (Artikel 12, UNICEF, 2022). Bestehende Beteiligungs- und Engagementformate schaffen es bislang nicht, Kinder und Jugendliche aus allen Lebenslagen zu erreichen (Schnetzer/Hurrelmann, 2022). 

    Zugleich machen Kinder und Jugendliche einen immer kleiner werdenden Teil der Gesamtbevölkerung aus (Destatis, 2024) und wachsen in einer Zeit auf, die von multiplen Krisen und anti-demokratischen Tendenzen geprägt ist. Dies zeigt sich u. a. in dem Erstarken rechtspopulistischer Parteien (Deutscher Bundestag, 2024).

  • In diesem Handlungsfeld zielt unsere Arbeit darauf, junge Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen zu motivieren, zu befähigen und zu inspirieren, eine diverse, offene und demokratische Gesellschaft mitzugestalten. Dafür schafft die DKJS diversitätsorientierte und altersgerechte Beteiligungs- und Engagementmöglichkeiten für alle jungen Menschen und baut die Demokratiebildung aus. Einbezogen werden dabei pädagogische Fachkräfte sowie Akteur:innen aus Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik mit ein, um Strukturen nachhaltig zu verankern und jungen Menschen echte Beteiligungs- und Demokratieerfahrungen zu ermöglichen.

  • In 13 Programmen schafft die DKJS 2024 Beteiligungs- und Engagementmöglichkeiten für junge Menschen und fördert die Demokratiebildung. Programme im Bereich Beteiligung schaffen Mitsprache- und Mitbestimmungsmöglichkeiten für junge Menschen u. a. in Kommunen und Schulen. Programme im Bereich Engagement sind beispielsweise an den Freiwilligendiensten angesiedelt. Andere Programme sichern gezielt die Qualität der Demokratiebildung oder setzen sich für Antidiskriminierung und Diversität ein. 

    In 13 Programmen werden verschiedene Aktivitäten umgesetzt. 3.340 waren es 2024. 

    • Für junge Menschen schaffen die Programme in erster Linie Beteiligungs- und Engagementmöglichkeiten. Dahinter verbergen sich z. B. Kinder- und Jugendprojekte, in denen junge Menschen Projekte planen und umsetzen. Dabei werden sie in einem definierten Rahmen von Erwachsenen begleitet und unterstützt. Zudem gibt es Formate, um die Perspektiven junger Menschen systematisch aufzunehmen. Dazu zählen Kinder- und Jugendhearings und Befragungen. 
    • Für pädagogische Fach- und Lehrkräfte schaffen die Programme Qualifizierungs- und Beratungsangebote. Dort geht es besonders darum, Erwachsene für die Themen Beteiligung, Engagement und Demokratiebildung zu sensibilisieren und zu qualifizieren. 
    • Personen aus Politik und kommunaler Verwaltung werden aktiv in die Beteiligungsaktivitäten einbezogen. Dadurch verstehen sie die Interessen junger Menschen und berücksichtigen sie in ihren Entscheidungen. Durch die praktische Erfahrung werden sie von dem Mehrwert von Kinder- und Jugendbeteiligung überzeugt und schaffen entsprechende Rahmenbedingungen. 
  • Kernzielgruppe in diesem Handlungsfeld sind Kinder und Jugendliche. Mit den 3.340 Aktivitäten wurden 2024 9.035 junge Menschen direkt erreicht – 4.162 und damit knapp die Hälfte wurde über Träger durch die Lernförderung in Fit für die Schule plus Berliner Ferienschulen erreicht. 1.645 Kinder und Jugendliche profitierten durch Beratung für Jugendprojekte im Zukunftspaket. Den drittgrößten Anteil mit 1.125 machte Mitwirkung mit Wirkung, ein Programm zur Schüler:innen-Beteiligung aus. 

    Darüber hinaus wurden 3.122 Erwachsene erreicht. Etwa 30% der erreichten Erwachsenen machen Beschäftigte in der Kinder- und Jugendarbeit aus. Beschäftigte der schulischen Bildung sind mit 29% ebenfalls eine relevante Zielgruppe im Handlungsfeld. Hinzu kommen Multiplikator:innen, z.B. Fachberater:innen von Kita-Trägern, Personen aus der Kommunalverwaltung oder Landesministerien sowie Politiker:innen – diese machen gut ein Siebtel der erreichten Erwachsenen aus. 

    1. Durch Beteiligungs- und Engagementmöglichkeiten sind junge Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen motiviert, befähigt und inspiriert, eine diverse, offene und demokratische Gesellschaft mitzugestalten.
    2. Durch Qualifizierungs- und Beratungsangebote werden Fach- und Leitungskräfte an Bildungsorten für die Themen Beteiligung, Engagement und Demokratiebildung sensibilisiert und qualifiziert.
    3. Durch die Einbindung von Personen aus Politik und kommunaler Verwaltung in Beteiligungsaktivitäten verstehen sie die Perspektiven junger Menschen, berücksichtigen diese bei ihren Entscheidungen und setzen sich für die Mitsprache und Mitbestimmung junger Menschen ein. 
  • Durch die Beteiligung und das Engagement junger Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen können diese ihre Lebenswelt aktiv gestalten. Das stärkt die Demokratie. 

Unsere Wirkhebel im Handlungsfeld Offene Gesellschaft leben
1.

Durch Beteiligungs- und Engagementmöglichkeiten sind junge Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen motiviert, befähigt und inspiriert, eine diverse, offene und demokratische Gesellschaft mitzugestalten.

2.

Durch Qualifizierungs- und Beratungsangebote werden Fach- und Leitungskräfte an Bildungsorten für die Themen Beteiligung, Engagement und Demokratiebildung sensibilisiert und qualifiziert.

3.

Durch die Einbindung von Personen aus Politik und kommunaler Verwaltung in Beteiligungsaktivitäten verstehen sie die Perspektiven junger Menschen, berücksichtigen diese bei ihren Entscheidungen und setzen sich für die Mitsprache und Mitbestimmung junger Menschen ein.

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Gesellschaftlicher Mehrwert

Durch die Beteiligung und das Engagement junger Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen können diese ihre Lebenswelt aktiv gestalten. Das stärkt die Demokratie.