„Wir wollen Teil von diesem WIR sein, von dem Erwachsene gerne sprechen.“

© DKJS
Jung sein ist gerade nicht so einfach. Wir müssen mit großen gesellschaftlichen Veränderungen umgehen – und oft erleben, dass wichtige Entscheidungen ohne uns getroffen werden.
Wir von VoiceUp! sind 15 junge Menschen aus unterschiedlichen Ecken Deutschlands mit verschiedenen Erfahrungen und Lebenssituationen. Uns vereint der Wille, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft mitzugestalten.
Gemeinsam mit Johanna Okroi aus der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung haben wir im letzten Jahr eine Studie von jungen Menschen für junge Menschen durchgeführt. Wir haben Themen diskutiert, einen Fragebogen entwickelt sowie die Ergebnisse interpretiert und veröffentlicht. Mehr zu der Studie und unserer Arbeit findet man in dieser Ausgabe des DKJS-Wirkjournals.
Das Wirkjournal 2026 stellt die Perspektiven junger Menschen in den Mittelpunkt und zeigt, wie sie die Arbeit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung prägen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht das VoiceUp!-Jugendnetzwerk!
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Die VoiceUp!-Jugendstudie
Ausgangspunkt unserer Arbeit in der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ist eine Frage: Was bewegt Kinder und Jugendliche – und was brauchen sie, um ihre Potenziale zu entfalten und gesellschaftlich teilzuhaben? Um diese Frage systematisch zu beantworten, haben wir gemeinsam mit dem VoiceUp!-Jugendnetzwerk eine Studie durchgeführt. Herzstück der Studie ist eine Online-Befragung von 1.500 jungen Menschen im Alter von 14 bis 26 Jahren.
Die zentralen Ergebnisse der Studie ordnen die Jugendlichen des VoiceUp!-Jugendnetzwerks wie folgt ein:
„Ein Drittel der Befragten (33 %) fühlt sich nicht zur Gesellschaft zugehörig – ausgeschlossen dementsprechend. Das finde ich echt erschreckend. Das zeigt, dass eigentlich kein Zusammenhalt mehr besteht.“
VoiceUp!-Netzwerkmitglied
„28 % der jungen Menschen stimmen der Aussage ‚Ich kann meine politische Meinung frei sagen, egal mit wem ich spreche‘ wenig oder gar nicht zu. In einem Land der Meinungsfreiheit finde ich das total schade, dass so viele junge Menschen das Gefühl haben oder vermittelt bekommen, dass sie ihre Meinung nicht frei äußern können.“
VoiceUp!-Netzwerkmitglied
„Diese 24 % der jungen Menschen, die schon mal eingeschüchtert oder bedroht wurden [, weil sie ihre politische Meinung geäußert haben]. Das sind zu viele. Ich habe sowas noch nicht erlebt und ich finde es grausam, wenn Leute sowas erleben.“
VoiceUp!-Netzwerkmitglied
„Was ich total interessant finde, ist, dass 60 % der jungen Menschen sagen, Politik interessiert mich sehr. Weil alle Bedingungen ja eigentlich so sind, dass junge Menschen in der Politik nichts zu suchen haben, weil es zu kompliziert ist […] und weil man keinen Einfluss hat.“
VoiceUp!-Netzwerkmitglied
Aus den Ergebnissen der Befragung leiten die jungen Menschen zehn Forderungen an die Politik ab. Alle Ergebnisse und die ausformulierten Forderungen der Studie finden Sie hier:

Wirkungsorientierung
in der DKJS
Wo wir ansetzen
Wir entwickeln unsere Angebote auf Grundlage der Bedürfnisse und Erfahrungen junger Menschen. Dabei nutzen wir wissenschaftliche Erkenntnisse, Praxiserfahrungen und Rückmeldungen unserer Zielgruppen. So stellen wir sicher, dass unsere Arbeit an relevanten Herausforderungen ansetzt und nachhaltige Veränderungen unterstützt.
Was wir machen
Im Jahr 2025 hat die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung 60 Programme und 30 Projekte umgesetzt. Wie sich die DKJS für junge Menschen einsetzt, hängt von der Ausrichtung des jeweiligen Programms ab. Bereits bei der Programmentwicklung spielt die Frage nach der Wirkung eine zentrale Rolle. Für jedes Programm formulieren wir Probleme, Ziele, Maßnahmen und angestrebte Veränderungen in einem Wirkmodell.

Unsere Programme unterstützen junge Menschen entlang der gesamten Bildungskette – von der frühen Kindheit bis zum Übergang in Ausbildung und Beruf. Dabei arbeiten wir mit Kitas, Schulen, Kommunen sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit zusammen. Der Großteil der Programme der DKJS unterstützt vor allem Veränderungen an Schulen. Ein Fünftel arbeitet mit Kommunen zusammen.

Die 60 Programme der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung haben einen unterschiedlichen Wirkradius – regional, auf Landesebene und bundesweit. Mehr als die Hälfte der Programme ist auf Landesebene angesiedelt. So können wir auf spezifische Bedarfe eingehen und zugleich Erkenntnisse für andere Kontexte nutzbar machen.

2025 haben wir im Rahmen unserer 60 Programme 7.696 Angebote umgesetzt. Dazu gehörten u.a.:
- Beratungen und Begleitungen von Bildungsfachleuten und ihren Organisationen,
- Qualifizierungen sowie Netzwerk- und Fachveranstaltungen,
- handlungsorientierte Projekte, Lerngruppen und Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche.
Die folgenden Bilder geben Einblick in die Vielfalt der Angebote.
Wir leiten als Stiftung Mittel im Rahmen von Förderprogrammen weiter, wenn eine Tätigkeit von anderen Institutionen oder Trägern besser abgedeckt werden kann. Im Rahmen von Förderprogrammen arbeiten wir mit ausgewählten Partnerorganisationen zusammen, die wir fachlich begleiten und finanziell unterstützen. 2025 wurden auf diese Weise 170 Angebote von Kooperationspartnern umgesetzt.
Unser Ziel ist es, nachhaltige Wirkung zu erzielen. Deshalb überprüfen wir regelmäßig, welche Veränderungen unsere Programme anstoßen. Grundlage dafür sind unsere Wirkmodelle sowie Monitoring-, Befragungs- und Evaluationsdaten. Die Ergebnisse helfen uns zu verstehen, ob wir unsere Ziele erreichen und wo wir unsere Arbeit weiterentwickeln können.
Wen wir erreichen
Um Bildungs- und Teilhabechancen zu verbessern, arbeiten wir sowohl direkt mit Kindern und Jugendlichen als auch mit den Menschen, die ihre Lebenswelt gestalten – etwa pädagogischen Fachkräften, Leitungspersonen, Verwaltungen und politischen Entscheidungsträger:innen. 2025 haben wir 27.391 Personen mit unseren Aktivitäten direkt erreicht. Davon sind über 40 % Kinder und Jugendliche.
Hinter diesen Zahlen stehen folgende Gruppen, die wir direkt erreichen:

Von den erreichten Fach- und Leitungskräften an Schulen, Kitas, Orten der Kinder- und Jugendarbeit und Einrichtungen der Verwaltung sind knapp ein Viertel Leitungskräfte. Vor allem bei Kitas erreichen wir einen hohen Anteil an Leitungskräften – wichtig, um strukturell in die Organisationen hineinzuwirken.
Wie zufrieden sind unsere Zielgruppen
Nach Programmende fragen wir die Teilnehmenden, wie zufrieden sie mit den Aktivitäten waren. Die Rückmeldungen zeigen eine hohe Zufriedenheit mit den Angeboten der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Die große Mehrheit der Teilnehmenden bewertet die Programme positiv.

Wie wir wirken
Die Programme der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung wirken auf unterschiedliche Weise. Was viele von ihnen verbindet: Sie schaffen Räume, in denen junge Menschen ihre Perspektiven einbringen und mitgestalten können – sei es in ihren Bildungsinstitutionen, Kommunen oder auf der politischen Bühne.
Besonders wichtig ist es uns zwischen den Interessen junger Menschen und der Politik zu vermitteln. Denn junge Menschen sind in der Minderheit: Unser Teilhabeatlas Kinder und Jugendliche zeigt, dass es Regionen in Deutschland gibt, in denen nicht mal jede fünfte Person unter 25 Jahre ist. Der demographische Wandel hat auch Auswirkungen auf die Demokratie. Bei der letzten Bundestagswahl waren über 40 % der Wahlberechtigen über 60 Jahre alt¹. Die Interessen junger Menschen können sich über Mehrheitsprinzipien nur sehr schwer durchsetzen.
Um dem etwas entgegenzusetzen, schaffen wir als Stiftung Räume für Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen und Politiker:innen. Wir fördern Beteiligung, unterstützen den Austausch und machen die Anliegen junger Menschen sichtbar.
So tragen wir dazu bei, dass junge Perspektiven in Entscheidungen einfließen, die ihre Zukunft betreffen.
Wirkgeschichten
Wie Wirkung konkret entsteht, zeigen die folgenden Wirkgeschichten. Sie geben Einblicke in die Arbeit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in ihren vier Handlungsfeldern und machen sichtbar, welche Veränderungen für Kinder, Jugendliche und ihre Lebenswelten angestoßen werden.
Über die DKJS
Jedem Kind ein Hier, ein Jetzt und eine Zukunft: Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ermutigt junge Menschen, ihre Stärken zu entdecken, sie auszubauen und ihre eigene Zukunft wie auch die unserer Gesellschaft mit ihren Wünschen und Ideen zu gestalten.
Wir wollen, dass jedes Kind den nötigen Raum und Unterstützung dafür bekommt und arbeiten in unseren Programmen daran, die Bedingungen für gute Bildung und Teilhabe auf allen Ebenen zu verbessern. Ob in Kita oder Schule, auf kommunaler, landes- oder bundespolitischer Ebene.
Mit unseren 11 Standorten sind wir nah dran an den Menschen, dem Wissen und den Gegebenheiten vor Ort. So können wir Programme lokal, regional und national in ganz Deutschland verwirklichen. Die Geschäftsstelle der DKJS in Berlin bildet das Dach und schafft Nähe zum politischen Diskurs auf Bundesebene.
Mehr über die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung können Sie auf unserer Webseite erfahren. Aktuelle Themen und Programme finden Sie dort unter Was wir tun.
Geschäftszahlen
Im Geschäftsjahr 2025 hat die DKJS insgesamt 30,8 Mio. Euro bewirtschaftet. Innerhalb dessen förderte die DKJS regionale Projekte mit 5,2 Mio. Euro (sogenannte Weiterleitungsmittel). Ausdruck unserer Arbeit in Bündnissen und Gemeinschaftsaktionen ist der Finanzierungsmix der Stiftung.

In vielen Programmen, die die DKJS 2025 umgesetzt hat, wirkten Mitarbeitende der Stiftung direkt und operativ mit. Sie haben vor Ort konkrete Veränderungsprozesse initiiert und begleitet, Fach- und Leitungskräfte beraten und qualifiziert, Austauschformate konzipiert und umgesetzt oder mit Praktiker:innen und Wissenschaftler:innen kooperiert. Im Jahr 2025 waren neben den beiden Geschäftsführenden durchschnittlich 301 Mitarbeitende an 11 Standorten in Teil- und Vollzeit bei der DKJS beschäftigt. Die Stiftung unterliegt dem Besserstellungsverbot und vergütet ihre Mitarbeitenden nicht höher als der öffentliche Dienst. Alle Mitarbeitenden sind entsprechend den Vorgaben des TV-L eingruppiert und nach der Entgelttabelle der DKJS vergütet. Die Personalkosten betrugen im Geschäftsjahr 2025 17,3 Mio. Euro. Die DKJS hat im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss in Höhe von 73.437,51 Euro erwirtschaftet. Die Gesellschafter der DKJS haben beschlossen, diesen Betrag in die freien Rücklagen zu stellen. Dort steht er einer späteren Verwendung zur Verfügung.


Dies ist die dritte Ausgabe unseres Wirkjournals. In diesem Jahr liegt der Fokus darauf, wie die DKJS es schafft, junge Stimmen laut zu machen. Im vergangenen Jahr stand das Wirkjournal unter dem Motto „In Strukturen wirken“ .
Unser Dank geht an alle Menschen und Institutionen, die die Arbeit der DKJS möglich machen. Sei es, weil sie der DKJS fördernd oder partnerschaftlich zur Seite stehen, uns Feedback geben oder Anregungen schenken. Oder als Mitarbeitende ihre Kraft dafür einsetzen, dass Programme und Projekte wirken. Wir sehen uns beim nächsten Wirkjournal!
Team Wirkung und Entwicklung

Stefan Apel
Leitung Wirkung und Entwicklung
DKJS Geschäftsstelle
Tempelhofer Ufer 11
10963 Berlin
+49 (030) 25 76 76 87 5
stefan.apel@dkjs.de

Johanna Okroi
Referentin Wirkung und Entwicklung
DKJS Geschäftsstelle
Tempelhofer Ufer 11
10963 Berlin
+49 (030) 257676 401
johanna.okroi@dkjs.de

Dr. Imogen Feld
Referentin Wirkung und Entwicklung
DKJS Geschäftsstelle
Tempelhofer Ufer 11
10963 Berlin
+49 (030) 257676 895
imogen.feld@dkjs.de

Hannah Weißbach
Referentin Wirkung und Entwicklung
DKJS Geschäftsstelle
Tempelhofer Ufer 11
10963 Berlin
+49 (030) 257676 848
hannah.weissbach@dkjs.de
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¹ Tagesschau (2025): Bundestagswahl 2025. Wen wählten Jüngere und Ältere? URL: www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/umfrage-alter.shtml (abgerufen am 24.10.2025)
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Herausgeberin: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH, 2026
Redaktion: Sabine Käferstein, Johanna Okroi, Lena Thieme
Illustration & Grafik: Elisa Bischoff | dynalog und Louay Sayem-Edaher | dynalog
Text & Lektorat: Lena Fiedler | dynalog
Digitale Umsetzung: josepha lorenz text & design




















